Fokus-Timer
Der Fokus-Timer macht Zeit sichtbar. Du startest ihn für genau einen Schritt, und ein Ring zeigt dir, wie viel Zeit noch übrig ist. Mehr nicht. Genau das ist der Punkt.
Er ist gedacht für die Momente, in denen du weißt was zu tun ist, aber nicht ins Tun kommst. Oder für die Momente, in denen du anfängst und dann zwei Stunden später merkst, dass die Zeit weg ist.
Warum das hilft
Viele neurodivergente Menschen spüren Zeit nicht so, wie sie vergeht. Der Termin steht im Kalender, du hast ihn gesehen, und trotzdem rauscht die Zeit an dir vorbei. Das hat einen Namen: Zeitblindheit. Mehr dazu im Blogpost Zeitblindheit mit AuDHS.
Der Trick gegen Zeitblindheit ist, Zeit von innen nach außen zu holen. Wenn du Zeit nicht fühlen kannst, dann musst du sie sehen können. Der Ring im Fokus-Timer ist genau das: ein äußeres Zeitgefühl, das nicht von deiner Tagesform abhängt.
Das hilft an zwei Stellen:
- Beim Anfangen. Eine Aufgabe ohne Ende fühlt sich endlos an, und Endloses startet man nicht. „15 Minuten und dann darf ich aufhören" ist eine viel kleinere Hürde als „bis es fertig ist".
- Beim Aufhören. Wenn du leicht im Hyperfokus versinkst, ist der Timer dein Anker zurück. Er meldet sich, wenn die Zeit um ist, damit nicht der halbe Tag in einer Sache verschwindet.
Wie es funktioniert
Du kannst einen Fokus-Timer überall dort starten, wo es um einen konkreten Schritt geht: bei einem Routinen-Schritt, einem ganzen Ablauf, einem Termin oder einem Termin-Schritt.
- Tippe auf den Timer-Button am Schritt. Er zeigt die eingestellte Dauer, zum Beispiel
25 Min. - Der Timer startet und die Fokusansicht öffnet sich: ein großer Ring, der Titel des Schritts und die verbleibende Zeit.
- Du machst die Sache. Alles andere darf kurz warten.
- Ist die Zeit um, sagt dir der Timer Bescheid.
Während der Timer läuft, hast du ein paar Knöpfe:
| Knopf | Was er macht |
|---|---|
| Pause / Weiter | Hält die Zeit an und startet sie wieder, wenn du bereit bist |
| 5 Minuten hinzufügen | Hängt nochmal fünf Minuten dran, wenn du sie brauchst |
| Erledigt | Schließt den Schritt ab |
| Timer beenden | Bricht den Timer ab, ohne abzuhaken |
Der Timer läuft im Hintergrund weiter, auch wenn du die Ansicht schließt oder die App weglegst. Du kannst ihn jederzeit über den Button am Schritt wieder öffnen.
Auto abhaken
Beim Einrichten eines Schritts kannst du „Auto abhaken" aktivieren. Dann hakt der Schritt sich von selbst ab, sobald die Zeit um ist. Praktisch für Dinge, die einfach eine feste Zeit dauern sollen, zum Beispiel „10 Minuten aufräumen" oder „20 Minuten lernen". Du musst dann nicht mehr daran denken, das Häkchen zu setzen.
Wenn du den Schritt lieber selbst abschließt, lässt du die Option einfach aus. Dann meldet sich der Timer nur, und du entscheidest.
Wie lang sollte ein Timer sein?
Kürzer als du denkst. Ein Timer, der zu lang ist, wird zur nächsten Hürde.
- Schwer anzufangen? Nimm 5 oder 10 Minuten. Oft reicht das Anfangen, und der Rest kommt von allein.
- Konzentriertes Arbeiten? 25 Minuten sind ein bewährter Block.
- Versinkst du leicht? Setz den Timer bewusst, damit du einen klaren Schlusspunkt hast.
Du kannst aus festen Längen wählen (5 bis 60 Minuten) oder über „Eigene Zeit" eine andere Dauer eintragen.
Wann du ihn weglassen kannst
Der Fokus-Timer ist ein Angebot, keine Pflicht. An manchen Tagen hilft Zeitdruck nicht, sondern macht alles enger. Dann lass ihn weg und mach die Schritte ohne. Angefangen zählt, mit oder ohne Timer.
Wenn dir das Thema Zeit und Struktur insgesamt schwerfällt, lies auch Wie ich meinen AuDHS-Alltag strukturiere. Der Fokus-Timer ist nur ein Baustein davon.



